Zu den Narzissenwiesen / Hellenthal (Eifel)

Zu den Narzissenwiesen / Oleftal (Eifel/Belgien)

So. 15. April 2018

Die Wanderung mit Gunnar führte uns diesmal zu den Narzissenwiesen bei Hellenthal / Eifel. Zunächst ging es mit dem Pkw zum Parkplatz ‚Hollerather Knie‘, wo unsere geführte Wanderung bei strahlendem sonnigen Wetter begann und auch endete.
Wir haben uns einem ortskundigen Wanderführer angeschlossen, der uns sicher durch das deutsch-belgische Waldgebiet zu den Narzissenwiesen am Jahnsbach und der Olef führte.
Schon nach wenigen Metern unserer Wanderung erreichten wir einen historisch bemerkenswerten Ort, an dem eine Holztafel an die schrecklichen Ereignisse des Kriegsjahres 1944 erinnert.

Narzissenwiese im Oleftal (B)


Hier begann am 16. Dezember 1944 die ‚Ardennen-Offensive‘ der deutschen Wehrmacht, die die Alliierten zurückdrängen sollte. Dabei gab es auf beiden Seiten insgesamt 36.400 Tote. An die Grenze zwischen Deutschland und Belgien, die nur wenige Schritte weiter verläuft, erinnert heute nur noch ein rostiger Stacheldraht an einem Baumast und ein zugewachsender Grenzgraben.
Auf belgischer Seite wanderten wir hinab ins Tal des Jahnsbaches, der hier kaum ein Meter breit ist und sich in engen Windungen durch die Auen rechts und links schlängelt. Unser Weg führte an den Talauen entlang, die immer wieder von gelben Wildnarzissen übersät sind. Ameisen, so erzählte unser Wanderführer, tragen die Samen der Pflanzen immer wieder weit fort, sodass an den unwahrscheinlichsten Stellen, wie z. B. in Felsspalten, später gelbe Wildnarzissen aufblühen.Nach wenigen Kilometern mündet der Jahnsbach noch auf belgischer Seite in die Olef. Hier blieben wir vor der größten der Wildnarzissenwiesen stehen und blickten auf ein Meer von gelben Blüten. Weiter ging es nur wenige Schritte talabwärts, über einen Holzsteg, und wir befanden uns auf dem deutschen Ufer der Olef. Auf einem Forstweg, der ständig bergan führte, mussten die Ungeübten unter uns hie und da eine Pause einlegen. Wir waren froh, als unser Wanderweg nach dem langen Anstieg endlich nur noch eben weiterführte.

Am Westwall


Rechts und links ragten hier oben merkwürdige moosüberwucherte pyramidenformige Höcker aus dem Boden. Unser Wanderführer berichtete wieder aus den Zeiten des Zweiten Weltkrieges. Die deutsche Wehrmacht hatte an der Grenze einen Wall aus Betonklötzen (‚Westwall‘) errichtet, die die Panzer der Allierten aufhalten sollten. In einem Waldstück konnten wir sogar mitten durch eine Reihe solcher Panzersperren hindurch wandern.
Der Kölner Künstler Ralf Peters hat mehrere dieser Betonklötze zu einem Mahnmal umfunktioniert, indem er ein Texte des Philosophen Emanuel Kant zum Frieden auf einer Seite des Betons aufgetragen hat.
Erschöpft und nachdenklich erreichten wir wieder unseren Parkplatz in Hollerath, wo gerade eine Mitarbeiterin der Gemeinde Hellenthal fleißig Knöllchen wegen Überschreitens der Parkzeit auch an unsere Wagen verteilte. Wir erklärten ihr, dass wir uns auf die Ankündigung der Gemeindeverwaltung verlassen hätten, dass die Wanderung nur 3 Stunden dauerte, wegen der günstigen Witterungsverhältnisse aber länger gedauert hatte. Sie hatte ein Einsehen, und wir konnten, ohne zahlen zu müssen, zur Einkehr nach Einruhr ins Cafè zur Post weiter fahren.

 

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